Wander- und Ausflugfahrt der Concordia-Wanderabteilung im Sommer 2003

Auf eine erlebnis- und abwechslungsreiche Woche können 47 Mitreisende zurück blicken, die mit der Wanderabteilung des DJK Sportclubs Concordia Pfungstadt im Altvater- und Riesengebirge unterwegs waren.
Freitagmorgens um 4 Uhr wurde die weite Tour angetreten und trotz der frühen Morgenstunde pünktlich begonnen. Über die Autobahn Würzburg, Nürnberg führte die Reise zum Grenzübergang in Waidhaus und über Pilsen, Prag und Königgrätz nach Freiwaldau (Jesenik) in Nordmähren, wo in der Pension „Schlesisches Haus“ die Zimmer bestellt waren. Es handelt sich dort um einen Familienbetrieb, den man weiter empfehlen kann. Der Seniorschef begrüßte die Pfungstädter Gruppe noch in der früher im Altvatergebirge üblichen schlesischen Mundart, was ansonsten in dieser Gegend nicht mehr in dieser Art üblich ist.
Samstag steuerte man zunächst das „Schlesische Haus“ eine 1932 am Titzhübel erbaute Baude im Grenzbereich zwischen Altvater- und Reichensteiner Gebirge (1010 m) an, um dort einen kleinen Wanderspaziergang zum Einlaufen zu absolvieren. Eine Meisterleistung für den Busfahrer, denn das Sträßchen dorthin ist schmal und steil.
Nach dem Mittagessen wurde der „Gräfenberg“ besucht. Eine Kuranstalt, die schon 1829 von Vincenz Priessnitz geschaffen wurde und auch heute noch, natürlich renoviert und modernisiert, für Kuranwendungen genutzt wird. Eine Vorabendgottesdienst in der Kirche von Thomasdorf, der vom ehemals in Pfungstadt tätigen Pfarrer Josef Schaab gehalten wurde, er gehörte auch der Reisegruppe an, erzeugte bei manchem eine etwas wehmütige Stimmung, denn auf Wunsch der Organistin erklangen die Lieder der „Deutschen Messe“ von Franz Schubert
Nach dem Abendessen hatte der Chef des Hauses mit seinem Sohn zu einem „Schlesischen Abend“ eingeladen. Mit Mundartvorträgen und Heimatliedern, sowie flotten Tanzweisen ging der Abend viel zu schnell zu Ende.
Den Sonntag wollte man zum Wandern nutzen. In Ramsau (Ramzova) gondelte man mit der Sesselbahn in zwei Etappen zur Hochschar hinauf, ein Aussichtspunkt auf 1351 m gelegen. Kaum hatte die Gruppe auf der Seilbahn Platz genommen, setzte der Regen ein. Aber es gab kein Anhalten mehr. Glücklicherweise waren zwischendurch bald wieder einige Sonnenstrahlen zu sehen. Aber es blieb ein wettermäßig durchwachsener Tag. Über den Kepernik (1423m) wanderte die Schar zu den Fuhrmannsteinen (1333 m) und über das Heidebrünnl zum Roten-Berg-Sattel (1011 m), wo der Bus die Wanderer wieder in Empfang nahm.
Der nächste Tag war wohl mit der interessanteste der ganzen Reise. Man hatte sich vorgenommen das neue Pumpspeicher-Wasserkraftwerk im Naturschutzgebiet Altvater zu besichtigen. Ausgangspunkt dazu ist eine schmale Erschließungsstraße in der Nähe von Winkelsdorf, die zunächst zum unteren Speichersee, auf etwa 800 m gelegen, empor führt. Wichtig ist, dass man zuvor eine Erlaubnis einholt und eine Führung bestellt. Man hatte in Frau Olga eine gute Wahl getroffen, weil sie die umfangreichen technischen Erläuterungen in einer guten deutschen Aussprache geben konnte. Von den mit dem Kraftwerk verbundenen Bauwerken, die aus Naturschutzgründen meist unterirdisch angelegt worden sind, waren alle Besucher stark beeindruckt. Das Wasser fließt aus einem auf 1348 m hoch gelegenen Stausee in zwei Abflussbauwerken in das untere Becken und erzeugt elektrische Energie für den Spitzenbedarf in Tschechien. Meist während der Nacht wird dann das Wasser aus dem unteren See zum oberen Stausee hoch gepumpt. Das Kraftwerk soll das zweitgrößte dieser Art in der Welt sein und wurde 1996 in Betrieb genommen. Die Wandergruppe machte sich nach der Führung vom oberen Stausee auf, um über Franzens Jagdhaus und die Hohe Heide zur Schäferei unterhalb des Altvaters zu laufen, wo sich der Bus mit dem anderen Teil der Gruppe einfand. Diese Gruppe hatte die Historische Papierfabrik in Groß-Ullersdorf besichtigt.
Dienstag stand ein Besuch in Breslau an. Eine Stadtführung vermittelte wissenswerte und weniger informative Einzelheiten über die Geschichte der Stadt, die ja im zweiten Weltkrieg sehr stark zerstört worden ist. Der innere historische Ortskern ist nach alten Unterlagen annähernd wieder original aufgebaut worden und sehenswert. Die weiter außerhalb liegenden Bereiche boten dagegen einen eher betrüblichen Zustand.
Geschockt war man von den Einreiseformalitäten. Sowohl bei der Ein- als auch Ausreise waren formelle Gründe ausschlaggebend für Wartezeiten von jeweils einer Stunde. Wenn Polen in die EU will, muss sich hier schon noch einiges ändern.
Am Mittwoch war für die Wanderer eine Zweiteilung verabredet. Eine Gruppe lief über die Kreuzbergkirche auf die Goldkoppe und über die Harichsteine wieder nach Freiwaldau. Die anderer Gruppe wanderte über den Kreuzberg auf die Schöne Aussicht und über Dittershof zur Unterkunft zurück. Der Bus fuhr mit dem Rest nach Reihwiesen und Maria Hilf.
Donnerstag hieß es früh aufstehen, denn die Koffer mussten gepackt und verladen werden. Schließlich stand der erste Teil der Rückreise an. Dem Besuch der Wallfahrtskirche auf dem Heiligen Berg bei Olmütz schloss sich eine Stadtführung in Olmütz an, bevor es dann per Bus über Trautenau und Hohenelbe nach Spindlermühle im Riesengebirge ging. In einem Hotel der Spitzenklasse wartete dort schon ein großes Buffet auf die Concordiagruppe.
Freitag wurde im Riesengebirge gewandert. Der jungen Elbe entlang führte ein Wanderweg bis zum Elbfall und zur neuen Elbfallbaude hinauf. Ein hässlicher Betonklotz, ewa 1970 erbaut, der schon längere Zeit nicht mehr genutzt wird. Unterwegs konnte man mit dem Pantschefall, den höchsten Wasserfall Tschiens bestaunen, der 250 m in die Tiefe stürzt. Man konnte aber auch erkennen wie Sturm, Lawinen und der saure Regen den Bäumen in diesem Bereich arg zugesetzt hat. Nach einer Einkehr in der Vrbatova bauda, die an Stelle der früheren Habichtsbauden entstand, wurde dann der Abstieg nach Spindlermühle notwendig. Insgesamt 22 km wurden dabei zurück gelegt. Eine weitere Gruppe wollte zur Schneekoppe auf 1602 m mit dem Sessellift hochfahren. Aber wegen schlechtem Wetter und zu hohen Windgeschwindigkeiten fuhr die Seilbahn nur sehr eingeschränkt, so dass man sich mit dem Besuch von Pez, Hohenelbe und Trautenau zufrieden geben musste.
Samstag war Heimreisetag. Über Reichenberg und an Aussig vorbei führte die Fahrt, von Pausen unterbrochen, durchs Egerland und vom Grenzübergang Schirnding wieder nach Pfungstadt zurück.
Der Dank aller Teilnehmer galt den beiden Organisatoren der Fahrt, Rudi Neugebauer und Hans Pimpl, aber auch den Wanderführern und allen, die sonst noch mitgeholfen hatten, die Wanderung zu einem Erlebnis besonderer Art zu machen.
Ein herzlicher Dank wurde dem Busfahrer Heinrich Erdle vom Reisebüro Schwarzer in Nördlingen zuteil, der sich als profunder Kenner von Böhmen und Mähren bewiesen hatte und mit vielen Geschichten die lange Reisezeit etwas abwechslungsreicher machte.

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